Ich werde das dumpfe Gefühl nicht los, dass ich den treuen Lesern - zumindest den Wenigen, die ich hatte - eine kurze Erklärung schuldig bin für die Stille, die sich in der letzten Zeit über das schrottgewitter gelegt hat.
Es hat sich ausgewittert - vielleicht nur vorläufig, vielleicht für immer. Zum Teil mag es daran liegen, dass ich schlichtweg keine Zeit mehr finde, mich anständig um die Pflege dieses Blogs zu kümmern. Allerdings ist der Ressourcen-Grund nicht entscheidend gewesen dafür, die Sache (vorerst?) auf Eis zu legen. Denn Zeit kann man sich nehmen. Nein, der Fakt ist: ich habe mich nun seit fast zwei Monaten aus der Welt des täglichen Wahns und der Profilierungsneurosen herausgehalten, um feststellen: es geht mir besser damit.
Es geht mir besser damit, die Oberflächenspiegelungen und Chimären des Alltags nicht nur mehr länger mitzuverfolgen, sondern auch seinen eigenen Senf nicht mehr dazugeben zu müssen. Das Geschnatter im Web geht weiter, auch ohne mich. Mögen daher andere kommen und es besser machen.
Freitag, 24. Juni 2011
Montag, 2. Mai 2011
Wer's glaubt, wird selig
Pünktlich zum geplanten Truppenabzug der USA aus Afghanistan in 2011 soll es Osama bin Laden also erwischt haben. Soviel zur der Frage, warum das "spirituelle Oberhaupt" des vermeintlichen Terrornetzwerks Al-Kaida erst jetzt und nicht früher erlegt wurde.
Da stört es freilich nicht, dass das Gesicht des Übeltäters durch einen Kopfschuss unkenntlich gemacht wurde. Und dass man, um keinerlei Zweifel aufkommen zu lassen, die Leiche vorsorglich auch schon mal im Meer versenkt hat. Muslime sind schließlich zügig und nach klaren Regeln zu bestatten.
Wer's glaubt, wird selig.
Update 03.05.2011, 09.12 Uhr: Immer mehr angebliche Details über Bin Ladens Tod werden bekannt. Was der Spiegel heute berichtet, liest sich wie die Vorlage zu einem Actionthriller "Made in Hollywood". (Mit der Wirklichkeit scheint das Ganze jedenfalls nur noch im Entfernten etwas zu tun zu haben. Bestenfalls kann von Scripted Reality oder Scripted History die Rede sein.) Und in so einem Hollywood-Streifen darf natürlich der Schurke nicht fehlen, der Terroristenchef persönlich, der eine seiner eigenen Frauen als menschliches Schutzschild missbraucht. Die Geschichte ist einfach zu gut (bzw. der Typ einfach zu böse), um wahr zu sein.
Wer's glaubt, wird selig.
Update 03.05.2011, 09.12 Uhr: Immer mehr angebliche Details über Bin Ladens Tod werden bekannt. Was der Spiegel heute berichtet, liest sich wie die Vorlage zu einem Actionthriller "Made in Hollywood". (Mit der Wirklichkeit scheint das Ganze jedenfalls nur noch im Entfernten etwas zu tun zu haben. Bestenfalls kann von Scripted Reality oder Scripted History die Rede sein.) Und in so einem Hollywood-Streifen darf natürlich der Schurke nicht fehlen, der Terroristenchef persönlich, der eine seiner eigenen Frauen als menschliches Schutzschild missbraucht. Die Geschichte ist einfach zu gut (bzw. der Typ einfach zu böse), um wahr zu sein.
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Mittwoch, 27. April 2011
Warum ich nicht die Linke wähle
In einem kürzlich veröffentlichten Post hatte ich bereits dargelegt, warum ich nicht die Grünen wähle. Nach der antisemitischen Hetze, wie sie jetzt wiederholt aus der Duisburger Linken zu vernehmen ist, liegt ein Post im Anschluss daran, warum ich nicht die Linke wähle, in der Natur der Sache.
Wie der NPD-Blog heute berichtete:
"Die Linkspartei in Duisburg hat in der beliebten Disziplin 'Israel-Kritik' vorerst den Vogel abgeschossen. Dort wurde ein antisemitisches Flugblatt verbreitet, das die Herzen aller Juden-Feinde höher schlagen lassen dürfte. So prangt über der antisemitischen Schrift ein Davidstern, der mit einem Hakenkreuz verwachsen ist. Vor allem deutsche Antisemiten lieben es, Nazis und Juden gleichzusetzen. Dann folgt ein umfangreicher Text mit diversen antisemitischen Schauermärchen über Israel. Die judenfeindliche Hetze gipfelt in den Forderungen, den jüdischen Staat zu boykottieren sowie der 'moralischen Erpressung durch den so genannten Holocaust' entgegen zu treten."
Ich hatte zuvor milde Töne gegenüber der Linkspartei walten lassen, insofern diese sich gegenüber den Grünen mit ihrer Vergangenheit "kritisch" auseinandersetze (im Hinblick auf Stasi, DDR und SED). Diese Aussage gilt es im Hinblick auf den gegenwärtigen Antisemitismus in den Reihen der Linken allerdings zu relativieren. Hier vollzieht die Linke Duisburg gerade das, was das damalige RAF-Mitglied und der heutige Rechtsextremist Horst Mahler immer gepredigt hat: eine Aufweichung der Grenzen von Rechts und Links, im gemeinsamen Kampf gegen das vermeintliche "Bollwerk" des zionistisch-amerikanischen Imperialismus.
Zu Recht forderte Jörg Marx via Twitter, dass sich die Linke Duisburg endlich in "Die Rechte" umbenennen solle. Eine kritische Auseinandersetzung mit dem Thema und damit eine Abgrenzung zu antisemitischer Hetze innerhalb der Partei hat bisher jedenfalls nicht stattgefunden.Auch stößt man hier, wie ich zumindest aus eigener Erfahrung berichten kann, in den Reihen der Linken auf wenig Diskussionsbereitschaft. Als ich kürzlich einen neuen Beitrag von Kritiknetz zum Antisemitismus in der Linkspartei über Twitter weiterverbreitete und kurz darauf ankündigte, was getan werden muss - nämlich einen Blogpost darüber zu schreiben, warum ich nicht die Linke wähle - wurde ich kurzerhand von Linke-Mitglied und Blogger Uwe Ness entfolgt. Offenbar ist das exemplarisch dafür, wie die Linke mit Hinweisen auf ihr bestehendes Antisemitismus-Problem umgeht.*
*Update 27.04.2011, 21.58 Uhr:Offenbar Angeblich war es nicht die Kritik am "linken" Antisemitismus, die Uwe Ness dazu bewogen hat, mir die "Freundschaft" zu kündigen. Sondern meine "eugenisch-faschistische Position" zur PID, wie er mir heute im Laufe des Abends mitteilte. Es ging dabei um folgenden Post: http://www.schrottgewitter.de/2011/04/nachtrag-zu-pid-abschaffung-des-realen.html. Allerdings liegt hier ein Missverständnis vor. Denn kritisiert wird in dem Post lediglich die Position der Kirche zur PID. Meine Kritik an der PID selbst habe ich kurz und knapp in folgendem Beitrag formuliert: http://www.schrottgewitter.de/2011/04/pid-eine-frage-der-wirtschaftlichkeit.html.
Die Kritik am Antisemitismus der Linken bleibt von meiner Entschuldigung an Uwe Ness, die Ursache seiner "Freundschaftsaufkündigung" falsch dargestellt zu haben, freilich unberührt. Eine kritische Auseinandersetzung mit dem Thema Antisemitismus innerhalb der Linkspartei tut Not. Umso interessanter wäre es eine Einschätzung von Uwe Ness persönlich zu diesem Thema zu erfahren. Also Uwe, wie sieht es aus damit? (Ich hoffe außerdem, dass meine Entschuldigung, falsche Anschuldigungen Dir gegenüber geäußert zu haben, hiermit angenommen ist.)**
**Update 29.04.2011, 15.15 Uhr: Ich werde das Gefühl nicht los, "Faschist" genannt worden zu sein, um vom eigentlichen Gegenstand des Blogposts abzulenken. Insofern meine eigenen Äußerungen zur PID für andere von einer faschistoiden Lesart nicht frei sind, so gilt es für mich als Antifaschisten, sich damit kritisch auseinanderzusetzen. Gleiches erwarte ich aber von einer Partei, die sich "Die Linke" nennt und behauptet, dass in ihren Reihen kein Platz für Antisemitismus ist. Unabhängig von den wahren Hintergründen des Flyers auf den Seiten der Linkspartei Duisburg waren antisemitische Äußerungen auf den Seiten MdB Högers aber ein Fakt. Mit dem Verweis, dass man innerhalb der Partei keinen einzigen Vertreter antisemitischer Positionen kenne und mit dem Internet-Radiergummi zweifelhafte Äußerungen von der Webseite entfernt, ist das Problem aber bestimmt nicht vom Tisch.
Wie der NPD-Blog heute berichtete:
"Die Linkspartei in Duisburg hat in der beliebten Disziplin 'Israel-Kritik' vorerst den Vogel abgeschossen. Dort wurde ein antisemitisches Flugblatt verbreitet, das die Herzen aller Juden-Feinde höher schlagen lassen dürfte. So prangt über der antisemitischen Schrift ein Davidstern, der mit einem Hakenkreuz verwachsen ist. Vor allem deutsche Antisemiten lieben es, Nazis und Juden gleichzusetzen. Dann folgt ein umfangreicher Text mit diversen antisemitischen Schauermärchen über Israel. Die judenfeindliche Hetze gipfelt in den Forderungen, den jüdischen Staat zu boykottieren sowie der 'moralischen Erpressung durch den so genannten Holocaust' entgegen zu treten."
Ich hatte zuvor milde Töne gegenüber der Linkspartei walten lassen, insofern diese sich gegenüber den Grünen mit ihrer Vergangenheit "kritisch" auseinandersetze (im Hinblick auf Stasi, DDR und SED). Diese Aussage gilt es im Hinblick auf den gegenwärtigen Antisemitismus in den Reihen der Linken allerdings zu relativieren. Hier vollzieht die Linke Duisburg gerade das, was das damalige RAF-Mitglied und der heutige Rechtsextremist Horst Mahler immer gepredigt hat: eine Aufweichung der Grenzen von Rechts und Links, im gemeinsamen Kampf gegen das vermeintliche "Bollwerk" des zionistisch-amerikanischen Imperialismus.
Zu Recht forderte Jörg Marx via Twitter, dass sich die Linke Duisburg endlich in "Die Rechte" umbenennen solle. Eine kritische Auseinandersetzung mit dem Thema und damit eine Abgrenzung zu antisemitischer Hetze innerhalb der Partei hat bisher jedenfalls nicht stattgefunden.
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Antisemitische Propaganda – dieses Flugblatt lag auf den Seiten der Linkspartei Duisburg. Quelle: http://npd-blog.info/ |
*Update 27.04.2011, 21.58 Uhr:
Die Kritik am Antisemitismus der Linken bleibt von meiner Entschuldigung an Uwe Ness, die Ursache seiner "Freundschaftsaufkündigung" falsch dargestellt zu haben, freilich unberührt. Eine kritische Auseinandersetzung mit dem Thema Antisemitismus innerhalb der Linkspartei tut Not. Umso interessanter wäre es eine Einschätzung von Uwe Ness persönlich zu diesem Thema zu erfahren. Also Uwe, wie sieht es aus damit? (Ich hoffe außerdem, dass meine Entschuldigung, falsche Anschuldigungen Dir gegenüber geäußert zu haben, hiermit angenommen ist.)**
**Update 29.04.2011, 15.15 Uhr: Ich werde das Gefühl nicht los, "Faschist" genannt worden zu sein, um vom eigentlichen Gegenstand des Blogposts abzulenken. Insofern meine eigenen Äußerungen zur PID für andere von einer faschistoiden Lesart nicht frei sind, so gilt es für mich als Antifaschisten, sich damit kritisch auseinanderzusetzen. Gleiches erwarte ich aber von einer Partei, die sich "Die Linke" nennt und behauptet, dass in ihren Reihen kein Platz für Antisemitismus ist. Unabhängig von den wahren Hintergründen des Flyers auf den Seiten der Linkspartei Duisburg waren antisemitische Äußerungen auf den Seiten MdB Högers aber ein Fakt. Mit dem Verweis, dass man innerhalb der Partei keinen einzigen Vertreter antisemitischer Positionen kenne und mit dem Internet-Radiergummi zweifelhafte Äußerungen von der Webseite entfernt, ist das Problem aber bestimmt nicht vom Tisch.
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Dienstag, 26. April 2011
Nachtrag zu PID: Abschaffung des realen Leids würde Kirchen überflüssig machen
Nach reichlicher Überlegung und einem bereits veröffentlichten, zugegeben ein wenig überspitzten Post zum Thema PID, ist mir folgender Widerspruch in der Argumentation einiger Gegner aufgefallen.
Wieso sollte es einerseits ethisch vertretbar sein, anhand technischer oder medizinischer Mittel Menschen mit schweren Behinderungen das Überleben zu ermöglichen, andererseits schwere Behinderungen von vornherein auszuschließen jedoch nicht?
Ich kann die Kritik an der PID nachvollziehen. Allerdings ist die Argumentation, die die Kirchenvertreter an den Tag legen, geradezu absurd. Der Bayerische Landesbischof Friedrich meinte bspw., dass man sich an der "Wirklichkeit des Leidens" nicht "vorbeimogeln" könne.
Dabei ist dieses "Leiden" nur entstanden, weil Medizin und Technik es den Menschen bereits ermöglicht haben, der Wirklichkeit des Sterbens ein Schnippchen zu schlagen. Viele behinderte Menschen würden schlicht und ergreifend nicht existieren, ohne die Möglichkeiten der modernen Medizin.
Der Eingriff, behinderten Menschen ein (Über-)leben zu ermöglichen, wird von den Kirchenvertretern (Gott bewahre!) auch nicht als moralisch verwerflich betrachtet. Das dadurch erzeugte Leid gilt als "real" und muss ertragen werden. Die Möglichkeit, eine schwere Behinderung von vornherein auszuschließen, gilt hingegen als Einmischung in die Geschäfte des Allmächtigen.
Es dürfte klar sein, worum es der Kirche bei dieser widersprüchlichen Argumentation tatsächlich geht: Schließlich ist sie auf das reale, irdische Leid angewiesen, um den Leidenden ihren realitätsfernen, himmlischen Trost spenden zu können. Das Leiden in der Welt als Tatsache von vornherein auszuschließen, würde gleichzeitig eine Abschaffung ihrer überflüssig gewordenen Institution bedeuten. Weshalb es das irdische Leid mit allen erdenklichen Mitteln zu erhalten gilt.
Wieso sollte es einerseits ethisch vertretbar sein, anhand technischer oder medizinischer Mittel Menschen mit schweren Behinderungen das Überleben zu ermöglichen, andererseits schwere Behinderungen von vornherein auszuschließen jedoch nicht?
Ich kann die Kritik an der PID nachvollziehen. Allerdings ist die Argumentation, die die Kirchenvertreter an den Tag legen, geradezu absurd. Der Bayerische Landesbischof Friedrich meinte bspw., dass man sich an der "Wirklichkeit des Leidens" nicht "vorbeimogeln" könne.
Dabei ist dieses "Leiden" nur entstanden, weil Medizin und Technik es den Menschen bereits ermöglicht haben, der Wirklichkeit des Sterbens ein Schnippchen zu schlagen. Viele behinderte Menschen würden schlicht und ergreifend nicht existieren, ohne die Möglichkeiten der modernen Medizin.
Der Eingriff, behinderten Menschen ein (Über-)leben zu ermöglichen, wird von den Kirchenvertretern (Gott bewahre!) auch nicht als moralisch verwerflich betrachtet. Das dadurch erzeugte Leid gilt als "real" und muss ertragen werden. Die Möglichkeit, eine schwere Behinderung von vornherein auszuschließen, gilt hingegen als Einmischung in die Geschäfte des Allmächtigen.
Es dürfte klar sein, worum es der Kirche bei dieser widersprüchlichen Argumentation tatsächlich geht: Schließlich ist sie auf das reale, irdische Leid angewiesen, um den Leidenden ihren realitätsfernen, himmlischen Trost spenden zu können. Das Leiden in der Welt als Tatsache von vornherein auszuschließen, würde gleichzeitig eine Abschaffung ihrer überflüssig gewordenen Institution bedeuten. Weshalb es das irdische Leid mit allen erdenklichen Mitteln zu erhalten gilt.
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Donnerstag, 21. April 2011
Kleingeistige Hypostasierung
Berlins Schmierblatt Nr. 1 hatte bereits am 17. April eine große Serie (sprich großangelegte Hetzkampagne) über Linksextremismus angekündigt:
Die regelmäßigen Ausschreitungen am 1. Mai in Berlin haben nichts mit "links" zu tun. Dass es irgendwelche Drahtzieher hinter den Ereignissen gibt, ist kleingeistige Hypostasierung. Sie sind Symptome des apolitischen Drangs Gegängelter, die Ohnmacht des monotonen Alltags zu kompensieren, indem man einmal im Jahr die Sau rauslässt. Die "Chaoten" und "Steinewerfer" des 1. Mai, von denen die B.Z. sabbelt, sind keine "Linken", sondern im Zweifelsfall systemtreue Leistungsträger, Angestellte, Familienväter und Polizeibeamte.
Wie schon einmal gesagt: Die Proteste richten sich nicht gegen das System, sondern dienen seinem Erhalt. Die ritualisierten Entladungen der Gewalt dienen der "Entspannung", auf dass der Einzelne am Tag darauf wieder die üblichen Erniedrigungen am Arbeitsplatz über sich ergehen lassen kann.
"Wer steckt hinter Berlins Autonomen? Wie funktioniert der linke Terror? Und wer finanziert den Linksextremismus in der Hauptstadt? [...] Die B.Z. hat in der Szene recherchiert, zeigt Verbindungen auf und beschreibt das Netzwerk der Chaoten. Lesen Sie die Serie 'Der 1. Mai Komplex - Wie die linksextreme Mafia in Berlin operiert'."Im Grunde genommen erübrigt sich der Hinweis, dass es sich bei diesen "Recherchen" um hanebüchenen Unsinn handelt, dem man am besten dadurch begegnet, indem man ihn schlichtweg ignoriert. Ich möchte an dieser Stelle dennoch betonen, dass das sogenannte "Netzwerk" nicht im Zeichen einer "linken Mafia", sondern einzig und allein einer geltenden Ökonomie steht, die zum Selbstläufer geworden ist.
Die regelmäßigen Ausschreitungen am 1. Mai in Berlin haben nichts mit "links" zu tun. Dass es irgendwelche Drahtzieher hinter den Ereignissen gibt, ist kleingeistige Hypostasierung. Sie sind Symptome des apolitischen Drangs Gegängelter, die Ohnmacht des monotonen Alltags zu kompensieren, indem man einmal im Jahr die Sau rauslässt. Die "Chaoten" und "Steinewerfer" des 1. Mai, von denen die B.Z. sabbelt, sind keine "Linken", sondern im Zweifelsfall systemtreue Leistungsträger, Angestellte, Familienväter und Polizeibeamte.
Wie schon einmal gesagt: Die Proteste richten sich nicht gegen das System, sondern dienen seinem Erhalt. Die ritualisierten Entladungen der Gewalt dienen der "Entspannung", auf dass der Einzelne am Tag darauf wieder die üblichen Erniedrigungen am Arbeitsplatz über sich ergehen lassen kann.
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